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19. November 2019

Neuer Schaukasten für St. Josef in Gleidingen

Von: Michael Feikert

Am Samstag, dem 13. Juni 2009, überreichte der Förderverein anlässlich des 70-jährigen Bestehens der Kirche St. Josef in Gleidingen der Gemeinde einen neuen Schaukasten.

Mit einem feierlichen Freiluftgottesdienst haben am Sonnabend rund 300 Gläubige das 70-jährige Bestehen der Gleidinger Kirche St. Josef begangen.  Der eigentliche Geburtstag liegt schon ein paar Monate zurück – schließlich wurde die Kirche bereits am 19. Februar 1939 von Bischof Josef Godehard geweiht. Richtig gefeiert wurde in Gleidingen aber erst jetzt – und das Wetter gab den Organisatoren recht: Bei prallem Sonnenschein brachte der Männerchor Orpheus sein Geburtstagsständchen ebenso wie die St.-Oliver-Musikgruppe Taktlos. „Diese Kirche ist ein Raum, in dem das menschliche Streben nach Geschäft und Profit ausgespart bleibt – ein Raum, der Gott und dem Leben Platz bietet“, sagte Pfarrer Thomas Berkefeld während des Gottesdienstes. Die Bedeutung des Gotteshauses und der Gemeinde für den Ort unterstrich auch Ortsbürgermeister Peter Jeßberger in einem Grußwort: „Ich kann mir unseren Staat ohne Kirche nicht vorstellen und hoffe, dass St. Josef trotz der derzeitigen Rezession erhalten bleibt.“ Zum Geburtstag der Kirche stifteten Gottesdienstbesucher der Alt-Laatzener Kirche St. Mathilde ein Holzkruzifix, das nun an der Gleidinger Kirche steht. Am Ende des Gottesdienstes bildeten die Besucher symbolträchtig eine Menschenkette rund um die Kirche.

Anfangs feierten Gleidingens Katholiken Gottesdienste im Schulraum.
Angefangen hat alles im Jahr 1914 in einem Schulraum: Weil die Zahl der Katholiken in Gleidingen stieg, wählten die Gläubigen diese profane Stätte, um erstmals ihren Gottesdienst in der überwiegend protestantischen Ortschaft zu feiern. Als provisorischer Altar soll damals ein Ankleideschrank gedient haben. Seit dem 19. Jahrhundert waren viele Katholiken aus Oberschlesien und Posen nach Gleidingen gezogen – im Jahr 1910 waren es bereits 240. Am 19. Februar 1939 wurde das vom Hildesheimer Architekten Johannes Fricke entworfene Gotteshaus von Bischof Josef Godehard geweiht. Dieser schenkte der Gemeinde eine Bronzeglocke und eine hölzerne Josefsstatue. Bei einem Bombenangriff am 22. September 1943 wurde St. Josef schwer beschädigt, das Dach war fast abgedeckt. Nach dem Krieg baute die Gemeinde die Kirche wieder auf. 1973 wurde neben dem Gotteshaus das Josef-Godehard-Heim gebaut. 1982 wechselte die Gemeinde von der Pfarrei Ruthe zur noch jungen Laatzener St.-Oliver-Gemeinde. Seitdem ist St. Josef eine von drei Kirchen der katholischen Gemeinde in Laatzen.